Preise Private Krankenversicherung Beitrag & Kosten 2017

In der privaten Krankenversicherung (PKV) hat der Versicherte die Möglichkeit, auf die Höhe seines PKV Beitrags Einfluss zu nehmen, um die Kosten gering zu halten.

Diese Chance bieten die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) nicht. Sofern man die Einflussfaktoren kennt und anhand der persönlichen Präferenzen auswählt, bietet eine Private Krankenvollversicherung einen maßgeschneiderten Krankenversicherungsschutz zu günstigen Preisen.

Um diese Einflussfaktoren zu verstehen, lohnt sich zuerst ein Blick auf die Funktionsweise der gesetzlichen Krankenkassen, um danach einen Vergleich mit der privaten Krankenversicherung zu ziehen.

Die GKV finanziert sich nach dem Umlageverfahren

Die Finanzierung und die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung sind durch den Gesetzgeber im Sozialgesetzbuch V geregelt. Der einzelne Versicherte hat keine Möglichkeit, darauf Einfluss zu nehmen. Die Berechnungsgrundlage der GKV ist das sozialversicherungspflichtige Entgelt eines Versicherten.

Krankenversicherungsbeitrag: Beitragssatz & Beitragsbemessungsgrenze

Auf diese Berechnungsgrundlage erheben die Krankenkassen den gesetzlich festgelegten KV Beitragssatz. Im Jahr 2017 liegt die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) bei 52.200 Euro pro Jahr oder bei 4.350 Euro im Monat. Bis zu dieser Grenze wird das monatliche Einkommen zur Berechnung von Versicherungsbeiträgen herangezogen.

JahrBeitragsbemessungsgrenzeBeitragssatz % HöchstbeitragZusatzbeitrag Duchschnitt
201752.200/Jahr 4.350,00/Monat14,6%635,101,1% (6,98/Monat)
201650.850/Jahr 4.237,50/Monat14,6%618,671,1% (6,80/Monat)
201549.500/Jahr 4.125,00/Monat14,6%602,251,3% (7,83/Monat)
201448.600/Jahr 4.050,00/Monat15,5%627,75kein Zusatzbeitrag
201347.250/Jahr 3.937,50/Monat15,5%610,23kein Zusatzbeitrag
201245.900/Jahr 3.825,00/Monat15,5%592,87kein zusatzbeitrag

Der GKV-Beitragssatz liegt im Jahr 2017 bei 14,6 Prozent. Davon tragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils die Hälfte, also 7,3 Prozent (Arbeitgeberanteil oder Arbeitgeberzuschuss und Arbeitnehmeranteil).

Der maximale Krankenkassenbeitrag pro Monat liegt somit bei 635,10 Euro. Bezieht der Arbeitnehmer ein Einkommen über 4.350 Euro brutto im Monat, bleibt der Anteil, der diese Summe übersteigt, beitragsfrei.

Kosten durch Krankenkassen Zusatzbeitrag

Von der Beitragsbemessungsgrenze profitieren also vor allem gutverdienende Arbeitnehmer. Neben dem gesetzlich festgelegten Beitragssatz sind die gesetzlichen Krankenassen berechtigt, einen Zusatzbeitrag zu verlangen. Er wird vom Arbeitnehmer allein getragen.

Beitragsentwicklung der PKV im Vergleich zur GKV

PKV GKV Beitragsvergleich

Entwicklung der Beiträge in der PKV im Vergleich zur GKV (Quelle PKV Verband)

Dieser Krankenkassen Zusatzbeitrag liegt derzeit zwischen 0,3 Prozent und 1,3 Prozent und ist somit auch ein Mittel der Differenzierung im Wettbewerb der gesetzlichen Krankenversicherungen untereinander.

  • Vorsicht: Zwar sinkt der allgemeine Krankenversicherung Beitragssatz, dafür sorgen Zusatzbeiträge der Kassen für höhere Kosten. Damit werden viele Krankenkassen 2017 teurer!

Die gesetzlichen Kassen finanzieren ihre jährlichen Ausgaben aus den Einnahmen ihrer Versicherten, einen Aufbau von Kapitalrücklagen zur Erhaltung konstanter Beiträge im Vergleich zu den privaten Krankenversicherungen gibt es nicht.

Private Krankenversicherung: Beiträge und Kosten im Preisvergleich

Da es zahlreiche private Versicherer mit zusammengenommen tausenden Tarifen und Tarifkombinationen auf dem Markt gibt, ist ein vergleich der Angebote ohne weiteres nicht möglich. Hilfe bietet unser kostenloser PKV Rechner, eine gute private Krankenversicherung zu günstigen Preisen zu finden.

Rechengrößen in der privaten Krankenversicherung

Kapitalgedeckte Krankenversicherung

Private Krankenversicherung setzt auf Kapitaldeckung

Die private Krankenversicherung ist eine kapitalgedeckte Versicherung. Als Versicherungsfall ist in der PKV der Krankheitsfall der versicherten Person definiert. Erkrankt diese Person und muss sie ärztliche oder zahnärztliche Leistungen in Anspruch nehmen, übernimmt der Versicherer im vereinbarten Rahmen die anfallenden Kosten.

Kosten der PKV über monatlichen Beitrag gedeckt

Für diesen Versicherungsschutz zahlt der Versicherte einen Beitrag, der in der Regel monatlich erhoben wird. Werden keine ärztlichen Leistungen beansprucht, erhält der Versicherer somit den vereinbarten Beitrag in voller Höhe. Fallen dagegen Kosten für Arztbesuche oder Medikamente an, wird der Versicherer diese wiederum im vereinbarten Kostenrahmen übernehmen.

Mit der regelmäßigen Beitragszahlung wird der Versicherte also an entstehenden Kosten beteiligt, ein Überschuss verbleibt bei dem Versicherer. Aus diesen Überschüssen baut er Rücklagen für das Alter auf.

PKV Beiträge im Alter

Altersrückstellungen in der PKV: günstige Beiträge im Alter

In jungen Jahren verursacht ein Versicherter meist geringe Kosten für Behandlungen. Deshalb nehmen viele Gesellschaften bevorzugt junge und gesunde Kunden unter Vertrag. Im Lauf der Jahre fallen steigende Krankheits- und Behandlungskosten an, weil ältere Menschen häufiger erkranken oder Medikamente benötigen.

Um die KV-Beiträge im Alter bezahlbar zu halten, greift in der privaten Krankenversicherung eine Kapitaldeckung. Von Anfang an baut der junge Versicherte aus seinen Beitragszahlungen einen Deckungsstock bzw. Altersrückstellungen auf, der für das Alter angespart und verzinst wird. Dadurch soll es gelingen, die Versicherungsprämien für Versicherte ab 65 Jahren bezahlbar zu halten und konstante Beiträge zu garantieren.

Die Bildung dieser Altersrückstellungen ist ein wesentlicher Faktor der privaten Krankenversicherung. Beim PKV Wechsel können rund 90 Prozent der gebildeten Rücklagen von dem alten auf den neuen Versicherer übertragen werden, sofern der Vertrag nach dem 01. Januar 2009 abgeschlossen wurde. Bei älteren Verträgen sind die Rückstellungen verloren. Deshalb ist ein Wechsel des PKV-Versicherers in der Regel wenig empfehlenswert.

Demografie Alterspyramide

Infografik zur Demografie: Altersentwicklung mit höherer Lebenserwartung

Alter, Gesundheit und Tarif beeinflussen den Preis

Folgende personenbezogene Faktoren beeinflussen die Höhe der PKV Beiträge:

  • Alter bzw. Eintrittsalter
  • Vorerkrankungen / Gesundheitliche Verfassung zum Zeitpunkt des Eintritts
  • Berufsgruppe (Angestellte erhalten Arbeitgeberzuschuss, Beamte eine Beihilfe, Selbständige tragen Kosten komplett alleine)
  • Tarifbausteine bzw. Leistungsumfang

Da die PKV-Beiträge unter anderem anhand der voraussichtlichen Krankheitskosten des Patienten kalkuliert werden, hat der Versicherte Möglichkeiten, seine PKV-Kosten selbst zu beeinflussen.

Zum einen spielt das Eintrittsalter in die private Versicherung eine Rolle. Je höher das Eintrittsalter, desto höher wird die Prämie sein, da ein älterer Versicherter voraussichtlich Mehrausgaben für den Krankenversicherungsschutz verursacht. Deshalb ist es meist nicht ratsam, den Krankenversicherer im Alter zu wechseln.

Risikozuschlag oder Ablehnung der Aufnahme

Für gesunde Versicherte ohne Vorerkrankungen und Risikofaktoren verlangen die Versicherer keine Risikozuschläge. Wer dagegen beispielsweise Diabetes, Rheuma, Asthma, Rückenprobleme oder Tumorerkrankungen als Vorerkrankung innerhalb der letzten fünf bis zehn Jahre angibt, muss mit enormen Risikozuschlägen oder gar mit einer Antragsablehnung rechnen.

Als junger und gesunder Versicherter hat man dagegen die besten Chancen, kostengünstig abgesichert zu sein. Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor auf den Versicherungspreis sind die Tarifleistungen.

Umfangreiche Leistungen und hohe Erstattungen verursachen hohe Kosten

Die gewünschten tariflichen Kostenerstattungen wirken sich unmittelbar auf die Höhe der Versicherungsprämie aus. Wünscht der Versicherte Erstattungen für Heilpraktikerleistungen, für die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus, für eine Chefarztbehandlung oder eine vollständige Kostenübernahme bei Zahnersatz und Kieferorthopädie, resultiert daraus ein vergleichsweise hoher Versicherungsbeitrag.

Mögliche Leistungen in der PKV

  • Unterbringung im Ein-Bett- oder Zwei-Bett-Zimmer
  • Chefarztbehandlung
  • Heilpraktiker bzw. alternative Heilmethoden
  • Hohe Erstattungen für Zahnbehandlung, Zahnersatz, Kieferorthopädie und Prophylaxe
  • Medizinische Behandlung im Ausland
  • Krankentagegeld in Höhe und Zahlungsbeginn wählbar etc.

Geschuldet ist dies wiederum dem Prinzip der PKV, den Versicherten an entstehenden Kosten zu beteiligen. Will der Versicherte eine hohe Erstattung über 80 Prozent oder gar 100 Prozent für Wahlleistungen oder für hochwertigen Zahnersatz, muss er dazu seinen Eigenanteil leisten.

Dies geschieht in Form des recht hohen Tarifbeitrags, dem Preis für die PKV. Dennoch ist ein herausragender Premiumschutz selbstverständlich gerechtfertigt, wenn der Versicherte Wert auf Top-Leistungen im Krankheitsfall legt und bereit ist, einen höheren Beitrag zu zahlen.

Preise bei Selbstbeteiligung

PKV Tarife mit Selbstbeteiligung sind günstiger

Bei der Entscheidung für den individuellen Versicherungsschutz steht auch die Frage nach dem zu zahlenden Selbstbehalt bzw. Selbstbeteiligung (SB) im Raum.

Wer alle Kosten auf den Versicherer verlagern will und nicht bereit ist, einen Teil der Kosten aus eigener Tasche zu tragen, erhält im Gegenzug einen recht hohen Beitrag im Tarif. Dadurch wird der Versicherte wiederum an erwarteten Krankheitskosten beteiligt.

In der Regel ist ein Tarif mit mehreren verschiedenen Selbstbeteiligungen im Angebot. Das bedeutet, der Versicherte kann seinen gewünschten Tarif ohne Selbstbeteiligung wählen, er kann alternativ aber auch einen Selbstbehalt von beispielsweise 300 Euro im Jahr, 600 Euro im Jahr, 1.200 Euro jährlich oder 1.500 Euro nehmen.

Allein ein Selbstbehalt von 300 Euro im Jahr kann die Versicherungsprämie pro Monat durchaus um 150 Euro senken, eine höhere Eigenbeteiligung hat einen noch größeren Effekt. Besonders bei sehr hochwertigen Tarifen ist es eine Überlegung wert, eine angemessene Selbstbeteiligung zu wählen, um die Kosten überschaubar zu halten.

Neben der absoluten Selbstbeteiligung gibt es einige Tarife mit einem prozentualem Selbstbehalt, hier trägt der Versicherte beispielsweise für jede Arzt- und Apothekerrechnung einen eigenen Teil von zehn oder 20 Prozent.

Beitragsrückerstattung senkt Kosten

Beitragsrückerstattung ermäßigt den PKV Beitrag

Beitragsrückerstattungen (BRE) bzw. sind ein weiteres Kriterium, das den Versicherungsbeitrag beeinflusst. Zu unterscheiden sind garantierte und erfolgsabhängige Beitragsrückerstattungen, beide Varianten können miteinander kombiniert sein.

Die Voraussetzung für eine Beitragsrückerstattung ist eine Verankerung in den Tarifbedingungen. Nicht jeder Krankenversicherung Tarif sieht Rückerstattungen vor. Gewährt der Versicherer eine garantierte Beitragsrückerstattung, greift diese, wenn der Versicherte im vergangenen Jahr keine Leistungen zur Erstattung eingereicht hat und wenn sein Vertragsverhältnis unverändert besteht.

Wird eine erfolgsabhängige Erstattung gezahlt, befindet die Gesellschaft zum Abschluss des Geschäftsjahres darüber, ob eine erfolgsabhängige Rückzahlung von Beiträgen an die Versicherten erfolgt. Auch dann dürfen im vergangenen Jahr keine Leistungen in Anspruch genommen worden sein. Je nach Tarifvorschrift können die Rückerstattungen eine Größenordnung von mehreren Monatsbeiträgen ausmachen.

Einige Gesellschaften staffeln ihre Rückerstattungen nach den Jahren der Leistungsfreiheit. Im ersten Jahr ohne angerechnete Leistung wird beispielsweise ein Monatsbeitrag erstattet, im zweiten Jahr ohne Leistung werden bereits zwei Monatsbeiträge zurückgezahlt. Diese Beitragsrückerstattungen entsprechen einer Reduzierung der Beiträge und können damit durchaus ein Argument bei der Entscheidung für einen Versicherer sein.

Private Krankenversicherung: Preisvergleich ist wichtig

Eine private Krankenversicherung sollte schon aufgrund der mit dem Alter steigenden Beiträge möglichst nicht gewechselt werden. Bevor man sich aber entscheidet, eine PKV abzuschließen, ist ein unabhängiger Preisvergleich von größter Bedeutung.

Neutrale Analysen von Stiftung Warentest, Öko-Test und Focus Money zeigen immer wieder, wie groß das Spektrum der Versicherungsprämien bei gleichen Leistungen ist. Ein Versicherter muss nach aktuellen Untersuchungen mit einer Preisdifferenz von 100 Euro bis 300 Euro im Monat bei gleicher Leistung, bei gleichem Alter und bei gleichem Beruf rechnen.

Deshalb ist ein neutraler Tarifvergleich elementar wichtig, bevor man sich für seinen PKV-Versicherer entscheidet. Im Beitragsvergleich sollten nicht nur die Leistungen und die Prämien im Vordergrund stehen. Ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung ist auch die Beitragsstabilität.

Konkrete Tipps für niedrige Beiträge

Wer seinen PKV-Beitrag niedrig halten will, sollte sich an folgenden Richtlinien orientieren:

  • Ein niedriges Eintrittsalter garantiert geringe PKV-Beiträge.
  • Vorerkrankungen dürfen nicht vorliegen.
  • Ein Tarif mit Regelleistungen ohne Heilpraktikerleistungen, ohne stationäre Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer, ohne Chefarztbehandlung und mit 60-prozentiger Erstattung im dentalen Bereich sichert eine zweckmäßige Versorgung bei attraktiven Beiträgen.
  • Ein Selbstbehalt bis zu 1.500 Euro jährlich ist angemessen und hält die PKV-Kosten gering. Die Sinnhaftigkeit von Tarifen mit einem hohen Eigenanteil von beispielsweise 5.000 Euro ist dagegen unter Experten umstritten.
  • Erfolgsabhängige Beitragsrückerstattungen bei Leistungsfreiheit über mehrere Jahre senken die Kosten für den Versicherungsschutz.

Beitragsstabilität & Beitragsentwicklung

Stabile Beiträge im Alter

Einer der wichtigsten Kritikpunkte der privaten Krankenversicherung ist die Beitragsentwicklung. Immer wieder wird in der einschlägigen Berichterstattung kolportiert, das System der privaten Krankenversicherung sei nicht mehr zu finanzieren.

Aufgrund der überalternden Bevölkerung und der immer besseren medizinischen Versorgung steigen die Kosten für die Versicherer kontinuierlich an. An dieser Entwicklung werden die Versicherten durch höhere Beiträge unmittelbar beteiligt. Nicht umsonst befürchten vor allem ältere Versicherte zwischen 50 und 60 Jahren, ihren Versicherungsschutz nicht mehr bezahlen zu können.

Bei neutraler Betrachtung zeigt sich, dass horrende Beitragssteigerungen häufig nur bei sehr billigen Einsteigertarifen der PKV zu verzeichnen sind. Im mittleren Segment des Komfortschutzes oder unter den Top-Tarifen im Premiumsegment sind eher konstante oder moderat steigende Versicherungsprämien zu finden.

Dennoch sollten Versicherte bei der Wahl ihrer Gesellschaft sehr genau darauf achten, wie der gewünschte Krankenversicherer in der Vergangenheit hinsichtlich der Beitragsstabilität beurteilt wurde. Im Idealfall entscheidet man sich für eine Gesellschaft, die im unabhängigen PKV Vergleich rückblickend durch stabile Beiträge und durch einen passenden Tarif überzeugt.

Beitragserhöhung & Beitragsanpassung

Steigende Kosten durch PKV Beitragserhöhungen

Zum Jahresende geben die Versicherer in der Regel auch ihre Beitragsanpassungen für das kommende Jahr bekannt. Beitragserhöhungen von rund fünf Prozent pro Jahr sind in der Branche durchaus üblich, doch einige Gesellschaften fielen leider durch weitaus höhere Kostensteigerungen in mehreren Jahren in Folge auf.

Explizit bekannt sind auch einige Kandidaten, die junge Existenzgründer und Selbständige mit sogenannten Lockangeboten zu sehr günstigen Preisen anziehen wollten, um innerhalb kürzester Zeit mit gravierenden Beitragsanhebungen auf die Versicherten zuzugehen.

Erhält man eine Beitragsanhebung und ist man nicht bereit, diese zu akzeptieren, sollte man den Versicherer um ein alternatives Angebot bitten. Die Erhöhung der Selbstbeteiligung kann eine Variante sein, doch auch der Wechsel in einen günstigeren Tarif kann kostensparend sein.

  • Der Gesetzgeber räumt jedem versicherten in der privaten Krankenversicherung das Recht auf die außerordentliche Kündigung (Sonderkündigungsrecht) nach einer Beitragserhöhung ein.

Viele Versicherer können ältere Tarife aufgrund der überalternden Versichertenstruktur nicht mehr wirtschaftlich führen, hohe Beitragssteigerungen sind die Folge.

Ein neuer verkaufsoffener Tarif ist anders kalkuliert, die Versicherten sind vielleicht erheblich jünger. Der Wechsel in einen neuen Tarif innerhalb der PKV-Gesellschaft kann deshalb wirtschaftlich sinnvoll sein.

Eine Gesundheitsprüfung oder eine Wartezeit darf der Versicherer nur für Leistungen verlangen, die über den Schutz des alten Tarifs hinausgehen. Der Wechsel des Tarifs ist in der Regel erheblich sinnvoller als der Wechsel des Versicherers, weil der Versicherte die gebildeten Altersrückstellungen behält.

PKV Beitrag bei Angestellten: Zuschuss als Arbeitgeberanteil

Als Arbeitnehmer bzw. Angestellter in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis erhält der Versicherte einen Zuschuss des Arbeitgebers zu seiner privaten Krankenversicherung.

Aufgrund des geltenden Höchstbeitrags in der gesetzlichen Krankenkasse in Höhe von 635,10 Euro entsteht ein maximaler Arbeitgeberzuschuss von 301,13 Euro in 2017.

Dieser Arbeitgeberzuschuss gilt für gesetzlich und privat Versicherte gleichermaßen. Hat nun der privat Versicherte einen PKV-Beitrag von über 635,10 Euro zu zahlen, wird sein Anteil am PKV-Beitrag höher sein als derjenige seines Arbeitgebers.

Krankentagegeldversicherung für Arbeitnehmer sinnvoll

Im Krankheitsfall erhält ein Arbeitnehmer eine Lohnfortzahlung durch seinen Arbeitgeber. Diese greift bis zum 42. Tag der Krankschreibung. Steht eine längere Phase der Arbeitsunfähigkeit an, erhält der Arbeitnehmer ein Krankentagegeld von seiner gesetzlichen Krankenkasse.

Mit dem Abschluss einer PKV-Police ist ein Arbeitnehmer verpflichtet, eine Krankentagegeldversicherung abzuschließen. Die Höhe des Krankentagegeld sollte so bemessen sein, dass das Nettoeinkommen gewährleistet ist.

Restkostenversicherung für Beamte: günstige Beihilfe-Tarife der PKV

Beamte sind als Angestellte des Bundes und der Länder sogenannte Beihilfeberechtigte. Die Beihilfe ist ein Zuschuss ihres jeweiligen Dienstherren zu anfallenden Krankheits- und Behandlungskosten. Sie stellt eine zweckmäßige medizinische Versorgung sicher.

Wer allerdings einen hochwertigen Versicherungsschutz mit Wahlleistungen im Krankenhaus oder mit Leistungen für ästhetischen Zahnersatz oder für Kieferorthopädie wünscht, muss privat vorsorgen.

Krankenheitskostenzusatzversicherung für Beamte

Dazu bieten die Versicherer spezielle Beihilfetarife für Beamte bzw. Ergänzungstarife für Beihilfeberechtigte an. Sie gewährleisten einen Premiumschutz und sind zur Absicherung hoher Ansprüche gedacht. Deshalb sind Beihilfetarife im Vergleich zur Krankenvollversicherung für Arbeitnehmer sehr günstig.

Beihilfetarife werden wie alle anderen Tarife in der Krankenvoll- und der Zusatzversicherung in regelmäßigen Abständen im PKV Test bewertet. Eine der aktuellsten Analysen aus dem Jahr 2014 stammt von Stiftung Warentest / Finanztest.

Günstige Private Krankenversicherung für Selbständige

Freiberufliche oder gewerbetreibende Existenzgründer oder junge Selbständige am Beginn ihrer Karriere wünschen häufig einen preiswerten Versicherungsschutz.

Etablierte Unternehmer benötigen dagegen im Krankheitsfall einen Top-Versicherungsschutz auf höchstem Niveau, der ihnen auch eine sehr hochwertige stationäre Behandlung oder eine medizinische Versorgung außerhalb der Norm gewährt.

Für beide Versichertengruppen eignet sich die Private Krankenvollversicherung aufgrund der individuellen Wahlmöglichkeiten recht gut. Ein preiswerter Einsteigerschutz mit Leistungen auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenkassen ist ebenso sicher zu finden wie ein hochwertiger Premiumschutz für beste ärztliche Betreuung.

Selbständige sind aus steuerrechtlicher Sicht nach Gewerbetreibenden und Freiberuflern zu unterscheiden. Während Gewerbetreibende häufig einen handwerklichen oder technischen Beruf ausüben, zählen zu den Freiberuflern eher die beratend, lehrend oder künstlerisch tätigen Berufstätigen.

Typische Freiberufler sind:

  • Ärzte
  • Architekten
  • IT-Spezialisten
  • Designer oder Künstler
  • Anwälte
  • Dozenten

Selbständige: Krankentagegeldversicherung existenziell wichtig

Für alle Selbständigen ist der Abschluss einer Krankentagegeldversicherung mit bedarfsgerechter Höhe des Krankentagegeldes dringend zu empfehlen, da von existenzieller Wichtigkeit. Denn anders als Arbeitnehmer erhalten sie im Krankheitsfall keine Lohnfortzahlung des Arbeitgebers und müssen deshalb schon am ersten Tag der Krankschreibung bzw. der Arbeitsunfähigkeit einen Einkommensausfall verkraften.

Fazit: Beiträge und Kosten der PKV sind individuell

Obwohl die private Krankenversicherung mehrere Möglichkeiten bietet, die Versicherungsleistungen nach den persönlichen Wünschen zu wählen und den Beitrag so zu beeinflussen, spielt bei der Entscheidung für die PKV nicht nur der eigentliche Tarif eine Rolle.

Von ebenso großer Bedeutung ist die familiäre Situation, denn für Familienangehörige ohne eigenes Einkommen fällt in der PKV ein eigener Beitrag an. Eine Familienversicherung nach Art der GKV gibt es beispielsweise nicht.

Ob aufgrund der familiären Verhältnisse eine private Krankenversicherung in Frage kommt, muss immer im Einzelfall geprüft werden. Keine Rolle spielen dürfte bei der Entscheidung für oder gegen den Wechsel in die PKV dagegen der steuerliche Aspekt, da für die Absetzbarkeit der Versicherungsbeiträge bei der GKV und bei der PKV die gleichen Regeln gelten.