Anwartschaftsversicherung Vergleich: PKV Anwartschaft

PKV Anwartschaft

Kleine und große Anwartschaftsversicherung im Vergleich

Wann und für wen ist die PKV Anwartschaft sinnvoll und welche kleine oder große Anwartschaftschaftsversicherungen sind im Vergleich die besten? Lesen Sie hier die Meinungen und Empfehlungen der Stiftung Warentest und Experten und erfahren Sie, welche Anwartschaftsversicherung im Test Vorteile oder Nachteile bringt.

Wird eine private Krankenversicherung für einen gewissen Zeitraum nicht benötigt, muss diese nicht in jedem Fall gekündigt werden. Mit Hilfe einer großen oder kleinen Anwartschaft ist es möglich, den bestehenden Vertrag mit allen Rechten und Pflichten mit geringen Kosten ruhen zu lassen.

Dies hat den Vorteil, dass auch bereits vorhandene Altersrückstellungen erhalten werden können und die Krankenversicherung später ohne erneute Gesundheitsprüfung mit niedrigen Beiträgen fortgeführt werden kann.

Die Informationen zur Anwartschaft in der Krankenversicherung im Überblick:

  • allgemeine Informationen zur Anwartschaftsversicherung
  • kleine und große Anwartschaft der PKV im Vergleich
  • Vorteile und Nachteile der Anwartschaftsversicherung
  • für wen ist die kleine bzw. große Anwartschaft sinnvoll?
  • Kosten der kleinen und großen PKV Anwartschaft im Vergleich
  • KV Anwartschaftsversicherung Test: die besten Angebote finden

Anwartschaft für die Private Krankenversicherung (PKV)

Die Anwartschaftsversicherung ist im Prinzip eine Ruhendversicherung bzw. ein Notlagentarif der PKV. Sie wird für den Zeitraum abgeschlossen, in dem keine private Krankenversicherung möglich oder nötig ist, etwa aufgrund eines zu geringen Verdienstes bei Angestellten oder während des Studiums bzw. Lehramtes. Hier einige Beispiele:

  • Angestellte die wegen geringeren Einkommens in die GKV müssen können später bei steigendem Einkommen erneut in die private Kasse wechseln
  • Studenten im Lehramt bzw. Referendare, die eine Karriere als Beamte planen
  • Angehende Beamte im allgemeinen
  • Soldaten die für begrenzte Zeit Heilfürsorge beziehen
  • Selbständige Existenzgründer, die später bei Erfolg eine PKV mit umfangreichen Leistungen wünschen

In dieser Zeit werden für den Versicherten geringe Beiträge fällig, mit denen zum einen die Verwaltungskosten abgedeckt und zum anderen auch geringe Altersrückstellungen aufgebaut werden können. Alle bestehenden Rechte und Pflichten jedoch, insbesondere die Auszahlung von Leistungen im Versicherungsfall, werden ruhend gestellt.

Keine Leistungen und Kostenerstattungen während der Anwartschaftszeit

Versicherungsnehmer haben in der Zeit der Anwartschaft somit kein Anrecht auf Leistungen im Krankheitsfall. Da eine solche Anwartschaftsversicherung aus unterschiedlichen Gründen abgeschlossen werden kann, bieten die Versicherungen verschiedene Varianten. Man spricht auch von der großen und der kleinen Anwartschaftsversicherung.

Keine Anwartschaft auf die gesetzliche Krankenkasse nötig

Die Anwartschaftsversicherung wird grundsätzlich nur in der privaten Krankenversicherung angeboten. In der gesetzlichen Krankenkasse kennt man einen solchen Vertrag nicht. Die Beiträge werden in der GKV ohnehin einheitlich und prozentual auf Basis des Einkommens ermittelt, sodass Versicherungsnehmer keine Kostenvorteile durch eine Anwartschaft erlangen können.

Auch die Leistungen in der gesetzlichen Kasse sind im Vergleich zur PKV einheitlich, denn sie basieren auf einem gesetzlich festgelegten Leistungskatalog.

Unterschiede zwischen große und kleine Anwartschaft im Vergleich

In der privaten Krankenversicherung unterscheidet man zwischen der Ruhendversicherung sowie der großen und kleinen Anwartschaftsversicherung.

Ruhendversicherung

Eine Ruhendversicherung ist sinnvoll, wenn die Beiträge für die PKV in Notfällen, etwa bei Arbeitslosigkeit, nicht mehr gezahlt werden können. Die Versicherung kann in diesen Fällen für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren ruhen. In den ersten sechs Monaten wird sogar gänzlich auf Versicherungsbeiträge verzichtet. Erst im Anschluss werden die üblichen Anwartschaftsbeiträge fällig.

  • Ruhendversicherung in den ersten sechs Monaten kostenfrei, danach Beitrag für Anwartschaft

Kleine Anwartschaft

Die kleine Anwartschaftsversicherung hingegen ermöglicht den Versicherungsnehmern die Rückkehr in die Private Krankenversicherung, und zwar in den ursprünglichen PKV Tarif. Auf eine erneute Gesundheitsprüfung wird verzichtet. Die Beiträge für die Versicherung werden jedoch auf Basis des Alters beim Wiedereintritt in die PKV ermittelt.

  • kleine Anwartschaft verzichtet auf erneute Gesundheitsprüfung, Alter zum Zeitpunkt des Wiedereintritts bei Beitragsberechnung

Zu beachten ist außerdem, dass bestehende Altersrückstellungen zwar erhalten bleiben, neue Rückstellungen jedoch nicht gebildet werden. Aus diesem Grund ist die kleine Anwartschaftsversicherung nur dann zu empfehlen, wenn bereits absehbar ist, dass eine Rückkehr in die PKV schon bald möglich ist. Ist dies nicht abzusehen, ist der Abschluss einer großen Anwartschaftsversicherung sinnvoll.

Große Anwartschaft

Die Versicherungsunternehmen verzichten bei der großen Anwartschaft nicht nur auf eine erneute Gesundheitsprüfung, sondern kalkulieren die Beiträge auch mit dem Alter zu Beginn der Anwartschaft. Das ist deutlich günstiger, da mit steigendem Alter bei Abschluss auch die Kosten deutlich steigen. Wenn die PKV erst in fünf bis zehn Jahren abgeschlossen werden kann, ist die große Anwartschaftsversicherung sinnvoll und lohnenswert.

  • große Anwartschaftsversicherung verzichtet auf erneute Gesundheitsprüfung und berechnet Beitrag mit Alter zum Anfang der Anwartschaft

Merkmale kleine Anwartschaft große Anwartschaft im Überblick

AnwartschaftZeitraumBeitragsberechnung AlterGesundheitsprüfungKosten
kleine Anwartschaftfür kurze Zeiträumeaktuelles Alterohneniedriger Beitrag
große Anwartschaftüber viele Jahre möglichAlter zum Beginn der Anwartschaftohnehöherer beitrag

Vorteile und Nachteile der Anwartschaftsversicherung

Der Abschluss einer Anwartschaftsversicherung zur privaten Krankenkasse bietet Versicherungsnehmern sowohl Vorteile wie auch Nachteile. Zu den Vorteilen gehört, dass eine bestehende Versicherung nicht aufgelöst werden muss, sondern weiterhin bestehen bleiben kann.

Vorteile der Anwartschaft

Wird eine bestehende Police gekündigt und später erneut abgeschlossen, müssen Antragsteller nicht nur Gesundheitsfragen beantworten (Risikoprüfung mit möglichen Risikozuschlägen), sondern die Versicherungsprämien werden auch auf Basis des neuen, höheren Alters festgelegt.

  • höhere Kosten bei Abschluss der PKV ohne Anwartschaft

Dies bedeutet in den meisten Fällen höhere Versicherungskosten. Sind bis zum erneuten Abschluss gar Erkrankungen aufgetreten, kann die Versicherung die Beiträge nach oben anpassen oder den Versicherungsabschluss sogar ablehnen.

  • ohne Anwartschaft kann PKV Risikozuschlag erheben oder Aufnahme ablehnen

Keine Wartezeiten bei Zahnbehandlungen nach Anwartschaft

Versicherungsnehmer ermöglichen sich mit der Anwartschaftsversicherung so eine Rückkehr in die PKV zu den ursprünglichen Bedingungen und Beiträgen. Hinzu kommt, dass bei einem Neuabschluss vielfach Wartezeiten zu beachten wären, etwa bei Zahnbehandlungen oder der Erstattung von Zahnersatz. Da die Versicherung durch die Anwartschaft jedoch lediglich ruht, sind auch keine neuen Wartezeiten zu beachten.

  • PKV nach Anwartschaft verzichtet auf Wartezeiten bei Zahnersatz und Zahnbehandlung

Die Versicherung kann nach der Rückkehr somit sofort und in voller Höhe in Anspruch genommen werden.

Nachteile der Anwartschaft

Nachteilig ist hingegen, dass für eine Anwartschaftsversicherung Kosten anfallen. Diese müssen in der Regel monatlich bezahlt werden und sind umso höher, je länger die Anwartschaft benötigt wird. Ist später keine Rückkehr in die PKV möglich oder erwünscht, weil das Einkommen etwa dauerhart die Jahresarbeitsentgeltgrenze unterschreitet, waren die Beiträge umsonst. Eine Rückerstattung ist nicht vorgesehen.

Kosten für die Anwartschaftsversicherung im Preisvergleich

Damit die Versicherung den vorhandenen Vertrag lediglich ruhend stellt, müssen Versicherungsnehmer einen Beitrag für die Anwartschaftsversicherung entrichten. Die Beiträge orientieren sich dabei je nach Typ der Anwartschaft, aber auch nach dem jeweils gewählten PKV Tarif sowie der Versicherungsgesellschaft.

Hier kann es sinnvoll sein, verschiedene Angebote gegenüber zu stellen und die Tarife zu vergleichen. Auch die unabhängigen Tester der Stiftung Warentest raten vor einem Abschluss dazu, die Angebote zu vergleichen, um sowohl hinsichtlich der Leistungen wie auch der Preise passende Policen zu finden.

Beispiel für Beiträge zur kleinen PKV Anwartschaft

Für die kleine Anwartschaftsversicherung werden je nach Versicherungsunternehmen Kosten von fünf bis zehn Prozent des Versicherungsbeitrages fällig. Somit ergeben sich folgende mögliche Beiträge:

  • Anwartschaftsbeitrag klein = Kosten der PKV Beitrag 5% Beitrag 10%
PKV Beitrag/MonatKosten der Anwartschaft mind.Kosten der Anwartschaft max.
250,0012,5025,00
300,0015,0030,00
400,0020,0040,00
500,0025,0050,00

Beispiel für Beiträge zur großen PKV Anwartschaft

Da die große Anwartschaft im Unterschied zur kleinen Anwartschaft einige Zusatzleistungen wie etwa den Aufbau von Altersrückstellungen bietet, sind die Kosten in diesem Fall auch höher. Sie liegen je nach Tarif zwischen 20-25 Prozent.

Dennoch kann es sich lohnen, die große Anwartschaft zu vereinbaren, da Versicherungsnehmer durch den Aufbau der Altersrückstellungen Kosten sparen können. Die Versicherungsprämien können wie folgt aussehen.

  • Anwartschaftsbeitrag groß = Kosten der PKV Beitrag 20% Beitrag 25%
PKV Beitrag/MonatKosten der Anwartschaft mind.Kosten der Anwartschaft max.
250,0050,0062,50
300,0060,0075,00
400,0080,00100,00
500,00100,00125,00

Für wen die Anwartschaftsversicherung sinnvoll ist

Es gibt verschiedene Gründe, warum eine bestehende private Krankenversicherung nicht fortgeführt werden kann. Dies ist beispielsweise bei Versicherungsnehmern der Fall, die mit ihrem Einkommen aufgrund eines Jobwechsels oder Arbeitslosigkeit unter die Versicherungspflichtgrenze fallen (Notlagentarif der PKV).

Dies gilt auch für Studenten, die sich während ihres Studiums für eine private Krankenversicherung entscheiden haben. Sollten sie nicht direkt nach Abschluss ihres Studiums die Verdienstgrenze erreichen, werden auch sie erst einmal versicherungspflichtig. Da bei Studenten jedoch abzusehen ist, dass ihr Einkommen im Zuge der beruflichen Karriere deutlich steigen wird, kann eine Anwartschaftsversicherung sinnvoll sein.

Letztlich ist die Anwartschaftsversicherung auch für Menschen interessant, die sich in Kürze selbstständig machen oder freiberuflich arbeiten wollen. In diesem Fall endet die Versicherungspflicht und eine private Krankenversicherung ist möglich.

Für diese Gruppen ist Anwartschaftsversicherung sinnvoll:

  • Angestellte / Arbeitnehmer, deren Einkommen die Versicherungspflichtgrenze nur kurzzeitig unterschreitet
  • Studenten mit Aussicht auf Karriere und höhere Einkommen
  • Bei längerem Auslandsaufenthalt
  • Bei vorübergehender Arbeitslosigkeit
  • Für Beamte wie Berufssoldaten, die nur begrenzte Zeit Anspruch auf Heilfürsorge haben

Vergleich Anwartschaftsversicherung PKV im Test

Testergebnisse für die besten Anwartschaftsversicherungen: Eine Anwartschaftsversicherung wird von vielen Versicherungsunternehmen angeboten. Ist diese Art der Vorsorge notwendig, sollte ein entsprechender Vertrag beim jeweiligen Unternehmen abgeschlossen werden.

Wird die Anwartschaft gleichzeitig mit dem PKV Vertrag vereinbart, können Versicherungsnehmer die verschiedenen Angebote prüfen und im PKV Vergleich gegenüber stellen. Auch unabhängige Experten haben in regelmäßigen Abständen Anwartschaftsversicherungen überprüft, aktuelle Testergebnisse sind jedoch derzeit nicht verfügbar.

Versicherungsnehmer können jedoch davon ausgehen, dass bei Testsiegern der privaten Krankenversicherung auch die Anwartschaftsversicherung empfohlen werden kann. Sehen Sie hier, welche die besten privaten Krankenversicherungen im Vergleich der Stiftung Warentest sind