Private Krankenversicherung für Angestellte im öffentlichen Dienst

Neben den Beamten sind im öffentlichen Dienst unzählige Angestellte bei Bund und Ländern tätig. Nach aktuellen Zahlen sind von rund 4,6 Millionen Berufstätigen im öffentlichen Dienst rund 2,7 Millionen in einem tarifvertraglichen Arbeitsverhältnis beschäftigt.

Für diese Mitarbeiter gilt der jeweils aktuelle Tarifvertrag im öffentlichen Dienst (TVöD). Er richtet sich bezüglich der Vorschriften zur Krankenversicherung an der geltenden Versicherungspflicht für Arbeitnehmer aus.

Die beste Krankenversicherung für Angestellte im öffentlichen Dienst ist bei Beamten die Private Krankenversicherung (PKV), für abhängig Beschäftigte im öffentlichen Dienst kann es die gesetzliche Krankenkasse sein. Hier sollte der jeweilige Private Krankenversicherung Test berücksichtigt werden.

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Der öffentliche Dienst umfasst Bund, Länder und Gemeinden

Angestellte in einem tarifvertraglichen Arbeitsverhältnis des öffentlichen Dienstes sind streng von den Beamten abzugrenzen. Im öffentlichen Dienst sind tarifvertraglich gebundene Mitarbeiter beim Bund, bei den Ländern und in der Kommunal- und Gemeindeverwaltung beschäftigt.

Auch rechtlich selbständige Einrichtungen mit privater Rechtsform und überwiegend öffentlicher Beteiligung zählen zum öffentlichen Dienst, hinzu kommen Einrichtungen des Dienstleistungssektors wie der Bahn, der Post, der Telekom oder der Energie- und Versorgungsbetriebe sowie einzelne Kliniken und Verkehrsbetriebe.

Die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst werden durch Tarifverträge festgelegt.

Abhängig beschäftigte Angestellte im öffentlichen Dienst unterliegen der Versicherungspflicht

Für Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst gilt die gesetzliche Versicherungspflicht, solange ihr Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze von 54.900 Euro im Jahr liegt. Sie entspricht einem monatlichen Einkommen von 4.575 Euro. Ein Arbeitnehmer, der in einem Jahr mehr als 4.575 Euro monatlich verdient, darf sich privat krankenversichern.

Bleibt er dagegen in der gesetzlichen Krankenversicherung, berechnet sich sein Beitrag wie für alle Angestellten anhand des gesetzlichen Beitragssatzes von 14,6 Prozent und des sozialversicherungspflichtigen Entgelts.

Auch für Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst gilt die Beitragsbemessungsgrenze von 49.500 Euro im Jahr oder 4.125 Euro im Monat. Aus dem Beitragssatz von 14,6 Prozent resultiert ein maximaler GKV-Beitrag von 602,25 Euro im Monat. Der Arbeitgeber zahlt davon 50 Prozent. Erhebt die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag, entfällt dieser auf den Arbeitnehmer.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall auch im öffentlichen Dienst

Für die Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst gilt die Lohnfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit des Arbeitgebers bis zum 42. Tag einer Krankschreibung. Der Arbeitnehmer zahlt in dieser Phase das Gehalt unverändert weiter.

Ab dem 43. Tag beginnt die Zahlung des gesetzlichen Krankengeldes, wenn der Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung bleibt. Das gesetzliche Krankengeld beträgt 70 Prozent des Bruttoeinkommens und maximal 90 Prozent des Nettoeinkommens.

Maximales Krankengeld ärztlich bei attestierter Arbeitsunfähigkeit

Im Jahr 2015 liegt der maximale Tagessatz bei 96,25 Euro, daraus resultiert eine Höchstzahlung pro Monat von 2.887,50 Euro im Monat. Das gesetzliche Krankengeld kann mit einer privaten Krankentagegeldversicherung ergänzt werden.

Dies ist besonders dann sinnvoll, wenn das regelmäßige Nettoeinkommen deutlich höher ist als 2.887,50 Euro. In diesem Fall ist die Einkommenseinbuße für den Versicherten sehr hoch und sollte durch eine zusätzliche private Krankentagegeldversicherung ergänzt werden.

Wechsel in die PKV gut berechnen

Für Angestellte im öffentlichen Dienst, deren Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt, kann sich ein Wechsel in die PKV anbieten. Ob dies sinnvoll ist, hängt unter anderem von seinem Gesundheitszustand und von seiner familiären Situation ab. Es gelten hier die gleichen Regeln wie bei dem PKV Wechsel eines Arbeitnehmers in einem Beschäftigungsverhältnis außerhalb des öffentlichen Dienstes.

Wechsel von GKV zu PKV sinnvoll wenn Angestellte alleinstehend

Wenn ein Versicherter in der GKV den Höchstbeitrag von 602,25 Euro im Monat zu zahlen hat und im Alter von 40 Jahren einen Komforttarif mit Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer, mit Kostenerstattungen im dentalen Bereich von rund 80 Prozent und mit der Übernahme von Heilpraktikerleistungen bei 300 Euro Selbstbeteiligung für rund 550 Euro abschließt, kann sich dies für einen alleinstehenden Arbeitnehmer finanziell lohnen.

Kostenlose Familienversicherung in der GKV für Ehepartner und Kinder

Ist aber eine Familie mit einem Kind abzusichern, wird die GKV aufgrund der kostenfreien Familienversicherung die günstigere Alternative sein. Hinzu kommt, dass der Wechsel für den Arbeitnehmer in die GKV nur dann möglich ist, wenn sein Einkommen wieder unter die Versicherungspflichtgrenze fällt.

Alternativ kann er einen Teil seiner Bezüge in eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) umwandeln, wobei die spezifischen Regelungen im öffentlichen Dienst dann genau zu prüfen sind. Der Wechsel von der GKV in die PKV sollte deshalb gut überlegt werden. Nnicht zuletzt weil eine Rückkehr in die gesetzliche Kasse kaum möglich ist.

Test Private Krankenversicherung für Angestellte im öffentlichen Dienst

Der umfangreichste Private Krankenversicherung Test für Angestellte dürfte im Jahr 2014 der PKV Vergleich der Stiftung Warentest sein. Anfang April wurden 107 PKV Tarife von 32 Gesellschaften genau untersucht. In die Analyse sind nur Tarife eingegangen, die bestimmte Mindestanforderungen erfüllen konnten.

Ausgezeichnet wurde die HUK-Coburg mit dem Tarif Komfort 2 und dem Tagegeldtarif KT6. Die Provinzial Hannover überzeugte in ihrer Region mit der Kombination VKA+u, KHPnu und KTG-A6.

Bei einem 35 Jahre alten Musterkunden war die HUK-Coburg mit einer Prämie von 440 Euro etwas günstiger, verlangte aber auch die höhere Selbstbeteiligung mit 600 Euro. Die Provinzial Hannover berechnete bei einem Selbstbehalt von 450 Euro dagegen nur 436 Euro im Monat.

Auch die Nürnberger Krankenversicherung ist für Angestellte nach Meinung von Finanztest zu empfehlen.

Beste PKV für Angestellte bei WiWo

Die Wirtschaftswoche (WiWo) hat die PKV-Tarife für Arbeitnehmer im Herbst 2013 ebenfalls getestet. Sie bewertete die Debeka Krankenversicherung mit den Tarifen N, NC, KT43 mit fünf Sternen.

Auch die ARAG Krankenversicherung für Angestellte kam mit dem K0, 37 auf fünf Sterne, Gleiches gilt für die HanseMerkur für die Tarife KVS1, PSV, T43. Berechnet wurden die Tarife für einen 30 Jahre alten Musterkunden.

Fazit: Breite Auswahl erfordert individuellen vergleich der PKV Testsieger

Bei Angestellte im öffentlichen Dienst gelten die gleichen Regelungen wie für alle sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer. Ob ein Wechsel in die PKV bei einem entsprechenden Einkommen in Frage kommt, muss im Einzelfall geprüft werden.

Für interessierte Arbeitnehmer gibt es eine vielfältige Auswahl an Tarifen mit einem sehr soliden Preis-Leistungs-Verhältnis bei wirtschaftlich gut positionierten und etablierten Versicherungsgesellschaften.

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