JAEG BBG 2017: Einkommensgrenzen PKV RV PV ALV KV

JAEG BBG KV

Jahresarbeitsentgeltgrenze Beitragsbemessungsgrenze

Aktuelle Jahresarbeitsentgeltgrenze 2017 sowie die aktuelle Beitragsbemessungsgrenze 2017 zur Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung sowie Krankenversicherung und Pflegeversicherung.

Das deutsche Sozialversicherungsrecht kennt verschiedene Einkommensgrenzen. Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) bzw. die Versicherungspflichtgrenze zeigt an, bis zu welchem Jahreseinkommen eine Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung besteht und wann die Voraussetzung für den Wechsel in die Private Krankenversicherung erfüllt ist.

Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG KV) hingegen wird zur Ermittlung des Höchstbeitrages zur gesetzlichen Krankenversicherung herangezogen. Massgeblich ist hier der jeweils aktuelle allgemein Beitragssatz zur Krankenversicherung.

Beide Einkommensgrenzen bzw. Entgeltgrenzen sind variabel und können jährlich von der Bundesregierung neu festgelegt werden. Wie hoch ist die Jahresarbeitsentgeltgrenze 2017 bzw. die Beitragsbemessungsgrenze 2017 zur KV? Welche Auswirkungen haben diese Lohngrenzen und welche Voraussetzungen stellen sie dar?

Die Einkommensgrenzen bzw. Gehaltsgrenzen im Überblick:

  • Allgemeine Versicherungspflichtgrenze bzw. Jahresarbeitsentgeltgrenze 2017 und älter
  • Besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze 2017 und älter
  • Beitragsbemessungsgrenze 2017 zur Rentenversicherung, Pflegeversicherung, Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung
  • Auswirkungen der Beitragsbemessungsgrenze für die Private Krankenversicherung
  • Berechnung des Arbeitgeberzuschusses zur KV anhand der Beitragsbemessungsgrenze und des KV-Beitragssatzes

Jahresarbeitsentgeltgrenze 2017 und Beitragsbemessungsgrenze 2017

Hier die neuen und aktuellen Einkommensgrenzen 2017: JAEG & BBG KV PV RV ALV

EinkommensgrenzeBruttolohn pro JahrBruttolohn im Monat
allgemeine JAEG Versicherungspflichtgrenze 201757.600,004.800,00
besondere JAEG Versicherungspflichtgrenze 201752.200,004.350,00
BBG 2017 Krankenversicherung Pflegeversicherung52.200,004.350,00
BBG 2017 Rentenversicherung Arbeitslosenversicherung West76.200,006.350,00
BBG 2017 Rentenversicherung Arbeitslosenversicherung Ost68.400,005.700,00
  • JAEG = Jahresarbeitsentgeltgrenze
  • BBG = Beitragsbemessungsgrenze
  • KV = Krankenversicherung
  • PV = Pflegeversicherung
  • RV = Rentenversicherung
  • ALV = Arbeitslosenversicherung

Detaillierte Berechnungen mit Beispielen und Auswirkungen und Voraussetzungen sowie die Entwicklung der verschiedenen Einkommensgrenzen entnehmen Sie den Informationen weiter unten

Aktuelle Jahresarbeitsentgeltgrenze JEG Versicherungspflichtgrenze 2017

Die als Jahresarbeitsentgeltgrenze (kurz JAEG oder als Versicherungspflichtgrenze bekannt) bezeichnete Einkommensgrenze ist für gesetzlich Versicherte, die in die Private Krankenversicherung wechseln wollen, eine wichtige Kennzahl und gleichzeitig Voraussetzung.

Die Versicherungspflichtgrenze gibt sie an, bis zu welchem Einkommen die Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse besteht. Die Versicherungspflicht ist ein zentraler Punkt in der deutschen Sozialversicherung, denn alle Bürger zahlen so Beiträge und unterstützen sich nach dem Solidarprinzip gegenseitig.

Neue Jahresarbeitsentgeltgrenze 2017: Versicherungspflichtgrenze steigt erneut

  • allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze 2017: 57.600 Euro brutto pro Jahr / 4.800 Euro im Monat
  • besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze 2017: 52.200 Euro brutto pro Jahr / 4.350 Euro im Monat

Die KV Beiträge werden anhand des Einkommens in Prozentsätzen berechnet, sodass Geringverdiener auch deutlich geringere Kosten zu tragen haben. Bürger mit hohem Einkommen hingegen beteiligen sich stärker an den Versicherungskosten, auch wenn die Leistungen für alle Versicherungsnehmer durch den gesetzlichen Leistungskatalog einheitlich sind.

  • Arbeitnehmer jedoch, die die Jahresarbeitsentgeltgrenze mit ihrem Einkommen erreicht haben, können einen Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung stellen.

Zu beachten ist dabei, dass jeweils das vereinbarte Jahresgehalt oder das zwölffache des Monatseinkommens zuzüglich Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld berechnet werden. Die Summe aller Einkommen muss der aktuell geltenden Jahresarbeitsentgeltgrenze 2015 entsprechen.

Somit ist es ausreichend, wenn Versicherungsnehmer im Laufe eines Jahres die Einkommensgrenze überschreiten, auch wenn ihr Gehalt in den ersten Monaten unter der Entgeltgrenze bleibt.

Die Entwicklung der allgemeinen Versicherungspflichtgrenze 2017 und in den vergangenen vier Jahren

JahrJAEG / JahrJAEG / Monat
201757.600,004.800,00
201656.250,004.687,50
201554.900,004.575,00
201453.550,004.462,50
201352.200,004.350,00
201250.850,004.237,50
201149.500,004.125,00

Aktuell müssen pflichtversicherte Arbeitnehmer also einen Bruttoverdienst von mehr als 57.600 Euro nachweisen, um in die private Krankenversicherung wechseln zu können.

  • Wer die Einkommensgrenze überschreitet, kann sofort die gesetzliche Krankenversicherung kündigen. Nach Ablauf der zweimonatigen Kündigungsfrist ist dann die Aufnahme in der Privatversicherung möglich.

Vor einem solchen KV-Wechsel ist es wichtig, sich umfassend über die Angebote und Tarife der PKV zu informieren und einen Tarif zu finden, der den eigenen Bedürfnissen und Wünschen entspricht und die Kosten bezahlbar sind.

Die besondere Versicherungspflichtgrenze 2017

Im Jahr 2003 hatte sich die damalige Bundesregierung entschieden, die Versicherungspflichtgrenze von 40.500 Euro deutlich auf 45.900 Euro anzuheben. Hintergrund war die Tatsache, dass vor allem gut verdienende und junge Bürger in die Privatversicherung wechselten und die gesetzliche Krankenversicherung immer mehr in finanzielle Schwierigkeiten geriet.

Um den Kreis der versicherungspflichtigen Bürger zu erweitern und wieder mehr Mitglieder in die GKV zu bekommen, wurde die Jahresarbeitsentgeltgrenze signifikant angehoben. Da dies jedoch für zahlreiche privat Versicherte ein Zurück in die gesetzliche Versicherung bedeutet hätte, hat die Bundesregierung entschieden, eine besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze festzulegen.

  • Die besondere Versicherungspflichtgrenze gilt für alle Versicherten, die bereits vor 2003 einer privaten Krankenversicherung angehörten

Die Höhe der besonderen Jahresarbeitsentgeltgrenze entspricht im Regelfall der Beitragsbemessungsgrenze.

Die Entwicklung der besonderen Jahresarbeitsentgeltgrenze

Jahrbesondere JAEG / Jahrmonatlich
201752.200,004.350,00
201650.850,004.237,50
201549.500,004.125,00
201448.600,004.050,00
201347.250,003.937,50
201245.900,003.825,00
201144.550,003.712,50

Wie bereits erwähnt, gilt die besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze nur für einen kleinen Personenkreis. Pflichtversicherte, die diese Verdienstgrenze aktuell überschreiten, haben keine Möglichkeit, in die PKV zu wechseln. Hierzu ist das Überschreiten der aktuellen allgemeinen Versicherungspflichtgrenze in Höhe von 57.600 Euro brutto im Jahr notwendig.

Bundesministerium für Arbeit und Soziales regelt Mindesteinkommen als Voraussetzung für die PKV

Die Einkommensgröße zur Versicherungspflichtgrenze als Voraussetzung für die PKV, die ausschließlich pflichtversicherte Arbeitnehmer betrifft, wird jährlich von der Bundesregierung neu festgelegt. Hierzu werden die Löhne und Gehälter aller Arbeitnehmer im Bundesdurchschnitt betrachtet und deren Entwicklung ermittelt.

  • Die Versicherungspflichtgrenze ist eine Vorraussetzung des Mindesteinkommens für sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer. Die JAEG betrifft nicht die Selbständigen, Freiberufler und Beamten

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales legt anschließend in einer Rechtsverordnung fest, wie stark sich die Entgeltgrenzen gegenüber dem Vorjahr verändert. In den meisten Jahren seit der Einführung der Versicherungspflichtgrenze wurde diese angehoben, da sich auch die Einkommen in Deutschland positiv entwickelt haben.

Wie das Jahr 2011 jedoch zeigte, ist auch eine Reduzierung der Jahresarbeitsentgeltgrenze möglich. Im Jahr 2010 hatten sich die Einkünfte der Bürger in Deutschland aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise deutlich reduziert, sodass auch die Bezugsgrößen für die Sozialversicherung entsprechend angepasst werden mussten.

Beitragsbemessungsgrenze 2017: BBG KV PV RV ALV

Ebenso wie die Versicherungspflichtgrenze ist auch die Beitragsbemessungsgrenze eine wichtige Einkommensgrenze der Sozialversicherung. Anhand der Beitragsbemessungsgrenze und dem jeweiligen Beitragssatz der Versicherung in Prozent lässt sich der maximale Beitrag für die jeweilige Pflichtversicherung ermitteln.

  • Beitragsbemessungsgrenze legt Höchstbeitrag für Sozialversicherungen fest

In vielen Bereichen, etwa bei der gesetzlichen Rentenversicherung, gelten in Ost und West unterschiedliche Einkommensgrenzen. So sollen die Einkommensunterschiede zwischen den alten und den neuen Bundesländern berücksichtigt werden.

Doch nicht nur in der gesetzlichen Rentenversicherung, auch in der gesetzlichen Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung und Krankenversicherung spielt die Beitragsbemessungsgrenze eine wichtige Rolle. Schließlich wird der Beitrag ab einem gewissen Einkommen gedeckelt und ist damit nach oben hin begrenzt.

Die Einkommensgrenzen für die verschiedenen Sozialversicherungen:

Beitragsbemessungsgrenze Rentenversicherung Arbeitslosenversicherung 2017 und älter

JahrBBG RV ALV West Jahr/MonatBBG RV ALV Ost Jahr/Monat
201776.200,00 / 6.350,0068.400,00 / 5.700,00
201674.400,00 / 6.200,0064.800,00 / 5.400,00
201572.600,00 / 6.050,0062.400,00 / 5.200,00
201471.400,00 / 5.950,0060.000,00 / 5.000,00
201369.600,00 / 5.800,0058.800,00 / 4.900,00
201267.200,00 / 5.600,0057.600,00 / 4.800,00
201166.000,00 / 5.500,0057.600,00 / 4.800,00

Beitragsbemessungsgrenze Krankenversicherung und Pflegeversicherung 2017 und älter

In der gesetzlichen Krankenversicherung und Pflegeversicherung gelten in Ost und West einheitliche Einkommensgrenzen. Eine Unterscheidung gibt es hier demnach nicht.

JahrBBG KV PV jährlichBBG KV PV monatlich
201752.200,004.350,00
201650.850,004.237,50
201549.500,004.125,00
201448.600,004.050,00
201347.250,003.937,50
201245.900,003.825,00
201144.550,003.712,50

Auswirkungen der Beitragsbemessungsgrenze auf die Private Krankenversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenze ist also für Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung eine wichtige Rechengröße. Doch auch für Privatversicherte spielt diese Verdienstgröße eine wichtige Rolle. So zum Beispiel für den Arbeitgeberzuschuss, den auch privat Versicherte in Anspruch nehmen können.

Arbeitgeber beteiligen sich an den Kosten der privaten Krankenversicherung ebenso wie an den Beiträgen der gesetzlichen Versicherung ihrer Arbeitnehmer, jedoch nur bis zum Maximalbeitrag der GKV.

Dieser Höchstbeitrag in der Krankenversicherung ermittelt sich aus dem aktuellen Arbeitgeberbeitrag (Arbeitgeberanteil) in Höhe von 7,3 Prozent des Bruttoeinkommens sowie der Beitragsbemessungsgrenze zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Der maximale Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung im Jahr 2017:

  • BBG KV 2017 x 7,3% = maximaler Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung (PKV oder GKV)
  • 4.125 Euro x 7,3 Prozent = 317,55 Euro

Arbeitnehmer haben also Anspruch auf bis zu 317,55 Euro Zuschuss ihres Arbeitgebers. Liegt ihr Einkommen unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze, wird der Zuschuss anteilig anhand des Bruttoeinkommens wie in obiger Formel ermittelt.

Beitragsbemessungsgrenze 2017 legt Höchstbeitrag für den PKV Basistarif 2017 fest

Daneben spielt die Beitragsbemessungsgrenze aber auch bei der Beitragsermittlung für den Basistarif der privaten Krankenversicherung eine Rolle. Der Basistarif in der privaten Krankenversicherung bietet eine Grundversorgung im Rahmen der gesetzlichen Regelleistungen, siehe Vergleich der Leistungen von PKV und GKV

Die Kosten dürfen den Maximalbeitrag zur GKV nicht überschreiten. Insgesamt liegt der Versicherungsbeitrag im Jahr 2017 bei 14,6 Prozent. Der Maximalbeitrag für den PKV Basistarif 2017 liegt demnach bei:

  • BBG KV 2017 x 14,6% = Höchstbeitrag PKV Basistarif 2017
  • 4.350 Euro x 14,6 Prozent = 635,10 Euro